01/09/2026 0 Kommentare
„Der Westen aus den Fugen?“ – Was die Geschichte über aktuelle Gefahren verrät
„Der Westen aus den Fugen?“ – Was die Geschichte über aktuelle Gefahren verrät
# Bettina-von-Arnim-Forum

„Der Westen aus den Fugen?“ – Was die Geschichte über aktuelle Gefahren verrät
Wie bedrohen autoritäre Staaten die westlichen Demokratien – und was können wir aus der Geschichte für den Umgang mit ihnen lernen? Mit diesen hochaktuellen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Q3 im Rahmen des Bettina-von-Arnim-Forums.
Als Referent war Dr. Moritz Pöllath zu Gast. Der Historiker und Experte für transatlantische Sicherheitspolitik lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2026 veröffentlichte er sein Buch „Krieg 2027? Wenn Geschichte sich wiederholt“, in dem er historische Parallelen zu heutigen geopolitischen Konflikten untersucht.
Unter dem Titel „Der Westen aus den Fugen? – Wie eine Achse aus Diktatoren den Westen bedroht!“ zeigte Pöllath, warum sich ein Blick auf die langen Linien der Geschichte lohnt. Er schlug den Bogen von der aggressiven Außenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands und der Appeasement-Politik von 1938 bis zu den Herausforderungen der Gegenwart. Im Zentrum stand die Frage, wie Demokratien reagieren sollten, wenn autoritäre Staaten Grenzen und internationale Vereinbarungen infrage stellen.
Besonders ging es um Russland und China. Am Beispiel des russischen Vorgehens gegen die Ukraine erläuterte Pöllath territoriale Ansprüche, den Umgang mit internationalen Verträgen und antiwestliche Vorstellungen wie die Idee eines eurasischen Imperiums. Auch Chinas wachsende Macht, der Anspruch auf Taiwan und die Konkurrenz mit den USA wurden thematisiert. Darüber hinaus sprach er über die Einflussnahme auf westliche Demokratien sowie wirtschaftliche und strategische Abhängigkeiten.
Der Vortrag verdeutlichte, wie hilfreich historische Vergleiche sein können, ohne Vergangenheit und Gegenwart gleichzusetzen. Die Erfahrungen der 1930er-Jahre und des Kalten Krieges warfen zugleich die Frage auf, welche Bedeutung starke Bündnisse für die Sicherheit einzelner Staaten haben.
Zum Abschluss diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit dem Referenten: Wie stabil ist das Bündnis zwischen Russland und China? Welche Folgen hat die amerikanische Politik für die NATO? Und kann Europa seine Verteidigung künftig stärker selbst gewährleisten?
Die Veranstaltung konnte mithilfe der GSP Fritzlar realisiert werden. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar. So verband der Vortrag historische Analyse mit aktuellen politischen Fragen und zeigte, wie wichtig Geschichte ist, um die Gegenwart besser zu verstehen.
Stephan Kolle
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