"Haltet euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben"

— Angela Merici

Tradition

Verabschiedung von Helmut Jacobi

Rede von Frau Ramisch

Lieber Helmut,

mit dem heutigen Tag schaust Du auf 41 Jahre Lehrtätigkeit an der Ursulinenschule zurück, d.h. die Ursulinenschule begleitet dich bereits mehr als 2/3 Deines Lebens.

Aber der Reihe nach: im Jahr 1977 – bereits während des Studiums – hast Du eine Stunde an der Ursulinenschule unterrichtet. Nach diesem Schnuppern und den erfolgreich bestandenen erforderlichen Examina erfolgte die Festanstellung am 1. Mai 1980, die Du hoffentlich bis heute nicht bereut hast.

Jahrzehntelang warst du ohne Unterbrechung Klassenlehrer im Mittelstufenbereich, hast viele Schülergenerationen betreut und ihnen mit Rat und Tat zur Seite gestanden, viele Klassenfahrten organisiert, durchgeführt und einige religiöse Orientierungstage begleitet.

Als Lehrer mit der Fächerkombination Englisch und Musik hast Du unzählige Schülerinnen und Schüler zu erfolgreichen Abschlüssen geführt. Die hervorragenden Englisch-Ergebnisse der Schüler in den schriftlichen zentralen Abschlussprüfungen im Haupt- und Realschulzweig sprechen für sich.

Die Freude an der Musik zu wecken, war Dir ein Anliegen. Dies spürten wir bei den Auftritten der Brass-Band. Mit Freude traten die „Bläser“ gerne bei musikalischen Veranstaltungen auf und präsentierten ihre musischen Fähigkeiten.

In den Schulgottesdiensten hast Du jahrzehntelang die Orgel gespielt und motiviertest so die Schüler morgens um 08:00 Uhr, ihre Stimmen mit Volumen zu füllen. Diese Motivationsaufgabe wurde natürlich mit zunehmendem Alter der Schüler immer schwieriger, doch Du hast das all die Jahre mit Bravour gemeistert.

Was von einem Englisch- und Musiklehrer nicht zu erwarten war, ist Dein Engagement für den Sport. Und speziell auf Dich gemünzt, glaubte auch ich, dass Du es eher mit Churchill hieltest „no Sports“. Umso erstaunlicher ist es, dass Du vor mehr als 3 Jahrzehnten das Bogenschießen im Fach Freizeiterziehung eingeführt hast.

Neben der reinen Wissensvermittlung ist Dir das außerunterrichtliche Wirken für Schüler und mit Schülern immer wichtig gewesen. Unter anderem hast Du viele Schulfeste mitgestaltet, warst Mitorganisator für den Spendenlauf für „Somalia“.

Auch das Miteinander in der Schulgemeinschaft ist Dir immer wichtig gewesen. So hast Du in den 80er Jahren mit Kollegen den LKW-Hilfskonvoi der Schule mit gespendeten Hilfsmitteln nach Polen begleitet. Viele handwerkliche Aktionen und Aktivitäten sind von Dir und den Kollegen in der Schule durchgeführt worden, wie die Holzeindeckung im Flur des Klosters, die jedoch vor Jahren aufgrund neuer Brandschutzverordnungen abgerissen werden musste.

Auch ist Deine Hilfsbereitschaft im privaten Kollegenkreis erwähnenswert, denn bei baulichen Maßnahmen oder bei Umzügen konnte man sprichwörtlich auf Dich bauen.

Sprichwörtlich waren auch die legendären „Boys-Tours“ in den 80 und 90er Jahren, den Campingtouren der männlichen Kollegen, unseren „Machos“, denn Frauen waren von vornherein ausgeschlossen, es sei denn, sie hätten als Köchinnen zur Verfügung gestanden.

Lieber Helmut,

auch Deine humorvolle, karnevalistische Ader – wir erinnern uns an die Auftritte des „Forellenchores“, die Verabschiedung von Renate Baumarth, wo Du als Jutta Fieting die Ansprache vornahmst – werden wir in bester Erinnerung behalten.

Wir werden Dich und Deine liebenswerten „Macho- Sprüche“ vermissen.

Wir danken Dir für dein Wirken für die Schüler und die Schule! Du hast Spuren hinterlassen. Ganz, ganz herzlichen Dank!

Du weißt, bei Verabschiedungen gibt es immer ein trauriges Auge und ein freudiges Auge. Traurig sind wir über Dein Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, weil wir Dich vermissen werden, aber wir freuen uns mit Dir über deinen wohlverdienten Ruhestand.

Wir wünschen Dir, dass Du im Kreise Deiner Lieben das Leben feiern kannst, beste Gesundheit und Gottes reichen Segen.