"Haltet euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben"

— Angela Merici

Tradition

Verabschiedung am 31.01.2019
von Sonia Komnick

Rede von Frau Ramisch

   Liebe Sonia!

DieZeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Vor deiner Einstellung im Jahr 1994 bedurfte es einiger Überredungskunst – nein Überzeugungsarbeit – um „Schule“ als interessanten, vielseitigen Arbeitsplatz und breites pädagogisch herausforderndes Aufgabenfeld darzustellen. Denn aufgrund eines EDV-Fortbildungskurses, den ich bei Dir an der VHS besuchte, wusste ich um deine Fähigkeiten und wollte Dich für „Schule“ begeistern und gewinnen. Die Zeiten ändern sich, denn in den letzten Wochen führten wir einige Gespräche, in denen Du mir zu verstehen gabst, wie ungern Du aufhörst zu unterrichten. So ändern sich die Zeiten!

Du hast Dich der Herausforderung „Schule“ gestellt, um die Grundkenntnisse der elektronischen Datenverarbeitung der Spezies der stillen, wissbegierigen, arbeitseifrigen, neugierigen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Diese Wissensvermittlung ist natürlich keine Herausforderung für Dich gewesen, sondern eher spielerisches Unterrichten.

Ja – aber da gibt es doch auch noch die zu vernachlässigende Spezies der äußerst lebhaften, gelegentlich unmotivierten und ständig den Unterricht störenden Schülerinnen und Schülern, die stets in besonderer Weise in den Fokus des Unterrichtens rücken und „gebändigt“ werden müssen.

Dass Dir die Wissensvermittlung für alle Schüler mit ihren individuellen und je eigenen Fähigkeiten in hervorragender Art und Weise gelungen ist, bestätigen und zeigen die tollen Schülerergebnisse von fast nur Einsen und Zweien bei den Abschlussprüfungen zum Xpert-Computer-Führerschein, das EDV-Office Zertifikat, das den Schülern definierte Kenntnisse zuerkennt und europaweit anerkannt ist. Dieses Zertifikat hast Du maßgeblich in den schulischen Unterricht eingeführt und in enger Zusammenarbeit mit der VHS koordiniert.

Mit der rasanten Entwicklung des sich ändernden EDV-Bereichs mussten immer wieder strukturelle Anpassungen an den Unterricht erfolgen. An Themen wie Cybermobbing, Facebook & Co, die bereits in der Jahrgangsstufe 5 Unterrichtsthemen sind, hätte man vor einigen Jahren nie gedacht. So ändern sich die Zeiten!

Aber auch die Halbwertzeit der Hardware reduzierte sich und musste stets den Erfordernissen angepasst werden. Unendlich viele Stunden gab es, in denen Ihr EDV-Verantwortliche in mühsamer, zeitintensiver Arbeit die PCs zum Laufen brachtet. Mittlerweile hat sich dieser Zeitaufwand für die Image-Pflege im Netzwerk und die ständigen Updates Gott sei Dank reduziert. So ändern sich die Zeiten!

Natürlich muss bei Dir alles „apple“ sein: Macbook, Iphone und natürlich auch die watch. Hier, in diesem Deinem Metier, warst Du stets kompetenter Ansprechpartner für die nicht so „EDV-versierten Kollegen“. Geduldig hast Du die Fragen bei der privaten Einrichtung von PCs oder Iphones beantwortet und jederzeit hilfreiche Ratschläge gegeben. Herzlichen Dank! Und natürlich warst Du dann in Folge auch für die schulinternen EDV-Lehrerfortbildungen prädestiniert.

Neben dem alltäglichen Unterrichtsgeschehen konntest Du Deine eigenen Interessen und Deine Power-Point-Fähigkeiten in die schulische Öffentlichkeitsarbeit einbringen und hast Dich so in vielfältiger Art und Weise in den Dienst der Schule gestellt.

In der Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung hast Du die Schüler motiviert und zu positiven Leistungen angespornt. Die tollen Erfolge und Auszeichnungen auf Bundesebene der „Online-Redaktion MyXpress“ sprechen für sich.

Im Rahmen der schulischen Öffentlichkeitsarbeit hast Du die Betreuung und gestalterische Darstellung der Homepage zu Deinem Steckenpferd gemacht. Informationen, die an Dich weitergeleitet wurden, wurden binnen kürzester Zeit ins Netz gestellt und prompt kam von Dir die Info „ist erledigt“. Die Aktualität der Informationen war somit immer up-to-date!

Bei unseren Informationsveranstaltungen hast Du mit der professionellen, stets aktualisierten bildlichen Präsentation und den anschließenden Impressionen mit der musikalischen Untermalung von „Sister-Act“ bei den Eltern „Gänsehautfeeling“ hervorgerufen. Einfach TOP!

Viel Deiner kostbaren Zeit ist auch in unsere „Visitenkarte“ – unser Jahrbuch -geflossen, damit es so ist, wie es ist, nämlich informativ, kreativ und ansprechend. Ihr, das Jahrbuch-Team, setzt in der Gestaltung immer wieder neue Akzente. Und so spiegeln die Jahrbücher in all den zurückliegenden Schuljahren – seit 2011/12 – die vielfältigen Aktivitäten, tollen Projekte und unzähligen Veranstaltungen eindrucksvoll und – vor allem informativ und attraktiv in der Darstellung wider. Frau Donhauser formulierte in ihrem Dankschreiben über das Jahrbuch 2017/18: „Es ist wieder ein abwechslungsreiches, interessantes und wunderschön bebildertes Kunstwerk, welches sehr eindrucksvoll die Vielseitigkeit und die Schaffenskraft sowohl der Schülerinnen und Schüler, als auch des Lehrerkollegiums zeigt.“ Und ich ergänze „auf solch ein Jahrbuch kann die Schule zu Recht stolz sein.“ Herzlichen Dank für Dein Engagement für die Erstellung des Jahrbuchs.

Als die Fernseher in den Biologieräumen in den 90er Jahren noch Empfang hatten, war die Serie „Verbotene Liebe“ für einige Kollegen fester Bestandteil der gemeinsamen Freizeitgestaltung und so manche Konferenz wurde fluchtartig verlassen, um den Sendebeginn – zusammen mit Martina – nicht zu verpassen.

Und wenn es dann nach Hause ging, erinnern wir uns gerne daran, wie Du mit Deinem Smart-Cabrio – Deiner Rennsemmel – aus jeder noch so kleinen Parklücke im Goldenen Loch ausgeparkt hast.

Liebe Sonia,

wir danken Dir für Deinen verlässlichen, herausragenden und uneingeschränkten Einsatz für die Schüler und die Schule. Du hast vielfältige, bleibende Spuren hinterlassen. Bestimmt werden wir mehr als einmal sagen: „Sonja fehlt“.

Aber alles hat seine Zeit, die Arbeitszeit und die Ruhezeit.

Deshalb wünschen wir Dir für Deinen Ruhestand, dass Du die Zeit findest das Leben zu feiern und mit Deiner Enkelin, die voraussichtlich im Mai geboren wird, viel Zeit verbringen kannst.

Wir wünschen Dir alles, alles Gute und Gottes reichen Segen.

Um Dir den Einstieg in den Ruhestand etwas leichter zu gestalten, darf ich Dir im Namen des Bistums einen Scheck in Höhe von immerhin 625 € überreichen. Wenn man mehr freie Zeit hat, geht man möglicherweise eher shoppen und es ist nun vielleicht wieder eine neue modische Brille im Budget.

Vielen Dank an Herrn  Verheijen für die schönen Bilder!