Öffnung der Schule

Quellen, aus denen wir leben

Ursulinenschüler pilgerten von Fritzlar nach Fulda

33 Schülerinnen und Schüler begleitet von vier Lehrern der Ursulinenschule traten am Mittwoch, den 6. Juni 2018 eine viertägige Pilgerwanderung von Fritzlar nach Fulda an. Insgesamt bewältigten sie eine Strecke von ungefähr 100 Kilometern. Die jahrgangsübergreifende Pilgergruppe (Kasse 6 bis zur Oberstufe) wanderte sowohl auf Teilabschnitten des Bonifatius-Wegs und des Fulda-Radwegs wie auch quer durch den Wald. Übernachtet wurde in Borken im evangelischen Gemeindezentrum, in Neukirchen im Wohmofreizeitpark, in Schlitz in der kath. Kita und in Fulda in der Gymnastikhalle der Marienschule. Die Distanzen der Tagesetappen betrugen ca. 14 km, 28 km, 36 km und 24 km. Unterstützung erhielten die Pilger durch den Schulbus der Ursulinenschule Fritzlar, der das Gepäck zu den Zieletappen fuhr und die Gruppe mit Essen versorgte.

Wer pilgert geht dem Wortursprung nach in die Fremde und verzichtet auf die alltäglichen Annehmlichkeiten. „Wir wollen den Schülern die Gelegenheit bieten, mal zur Ruhe zu kommen und sich selbst zu finden“, so Lehrer Johannes Kerpen, der seit 2003 die jährlich stattfindende Pilgerwanderung mit seinen Kolleginnen Bettina Arndts-Giese und Dr. Giseltraud Friedrich sowie dem Kollegen Dr. Matthias Gluhodedow begleitet. In der Gemeinschaft wachsen die Schüler und Schülerinnen unterschiedlichen Alters zusammen und können so manche Anstrengungen und Schmerzen aushalten, wo sie sonst viel früher aufgeben würden.

Die diesjährige Pilgerwanderung stand unter dem Leitwort „Quellen, aus denen wir leben“. Dabei rückte Frage danach in den Mittelpunkt, wer und was uns gut tut und somit zu einem Leben verhilft, das durch Offenheit für sich und für andere geprägt ist. Hierzu gestaltete die Leiterin der Schulpastoral, Pastoralreferentin Andrea Koucky, für die Schüler während der Wanderung verschiedene Impulse, Gottesdienste und Gebete.

„Gerade in einer Zeit, wo in der Gesellschaft immer mehr das Schneller, Höher, Schöner und Besser zu zählen scheint, ist es wichtig, sich auch Zeiten der Besinnung zu nehmen auf das, was uns gut tut – auf Quellen, die unserer Leben tränken und aus denen heraus Leben gelingen kann.“, so Andrea Koucky. An einer (Pilger)Wanderung werde auch buchstäblich deutlich, wie wichtig der Zugang zu Wasser ist. Wasser, das ganz konkret neue Kraft geben kann, Wasser, das erfrischt und wieder wacher macht. Dies lasse sich auf das Leben eines jeden von uns übertragen, so die Pastoralreferentin, die erläutert, dass z.B. gute Freude, gemeinsam verbrachte Zeit, aber auch ein gutes Buch, eine Zeit der Stille und des Gebets zu Quellen werden können, die eben dieses im Leben leisten. Genauso wichtig sei es jedoch immer wieder auch zu fragen, ob es Menschen oder Dinge gibt, die uns den Zugang zu den Quellen verstellen. Hier gelte es, danach zu suchen, was jeder einzelne an diesen Situationen ändern könne, damit der Zugang wieder frei werde.

Einen Bogen in den Alltag spannte die von Pastoralreferentin Koucky gestaltete Wort-Gottes-Feier am Grab des Heiligen Bonifatius in Fulda. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erfahrungen der Pilgerwanderung den Alltag bereichern und neue Impulse setzen können und wie die Schüler auch zu Hause den Zugang zu den Quellen behalten oder ausbauen können.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten die Schüler die Gelegenheit Weihbischof Diez zu begegnen und ihm alle Fragen, die sie interessierten, zu stellen.

Nach der geistlichen Stärkung durfte natürlich auch die leibliche Stärkung nicht fehlen. Da die traditionelle Pizzeria wegen des Stadtfestes überfüllt war, wurde eine Pizza zum Mitnehmen bestellt und in der Cafeteria der Marienschule verspeist. Gemeinsam fand der Abend dort seinen Ausklang.

Am nächsten Morgen besuchten die Ursulinenschüler um 10.00 Uhr die Eucharistiefeier im Fuldaer Dom, die von Dr. Wolfgang Hartmann zelebriert wurde. Die Schüler gestalteten den Gottesdienst aktiv mit, indem sie beim Ein- und Auszug die Fahne der Ursulinen trugen sowie die Lesungen und die Fürbitten übernahmen. Nach dem Gottesdienst hatten die Schüler noch eine Stunde Zeit um bei schönem Wetter das Stadtfest in Fulda zu besuchen, bevor sie mit dem Zug zurück in ihre Heimat fuhren, sichtlich begeistert und beeindruckt von den vielen Erlebnissen, insbesondere auch mit den Menschen, die ihnen auf dem Weg begegneten und sie freundlich empfingen. „Pilgern tut weh macht aber Spaß“ und „Gott ist wie ein Regenschirm, er beschützt jeden, wann immer man ihn braucht“ beschreiben Schüler ihre Erfahrungen im Pilgerbuch.