"Haltet euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben"

— Angela Merici

Tradition

 Geschichtslehrerin Dagmar Lohmann

IMG_1364

führte das Publikum durch die 300-jährige Geschichte der Ursulinenschule

Layout 1

 

Im Treffpunkt der Ursulinenschule erlebten die Zuhörer am Mittwoch, den 28. August, einen spannenden und informativen Abend. Geschichtslehrerin Dagmar Lohmann hielt einen Vortrag über die historische Entwicklung der Ursulinenschule – von den Anfangsjahren bis zur Gegenwart.  Gekonnt zeigte sie dem Publikum die verschiedenen Rahmen- und Arbeitsbedingungen auf, unter denen die Ursulinenschwestern arbeiten mussten – diese waren meistens schwierig. Ein verfallenes Augustinnerinnenkloster, Spott und Unverständnis erwarteten die ersten Nonnen, die 1711 nach Fritzlar kamen, um dort ein Kloster und später eine Mädchenschule zu gründen. Lohmann, die jahrelang akribisch im Stadt- und Domarchiv die Geschichte der Schule erforschte, erklärt sich diesen Umstand mit einer „gewissen Bildungsferne“, die es oft im katholischen Milieu gegeben habe. Während des Kulturkampfes unter Reichskanzler Otto von Bismarck mussten die Ordensschwestern und die Schülerinnen das Kloster 1877 verlassen. Doch sie kamen wieder und nahmen ihre Arbeit in der Klosterschule wieder auf. Auch nach der Schließung des Klosters 1941 durch die Gestapo kehrten die Schwestern 1945 nach Kriegsende wieder zurück und öffneten erneut die Schule, die heute 1100 Schüler sowie 100 Lehrer zählt . Zahlreiche Bilder, Fotos und Dokumente veranschaulichten den kurzweiligen Vortrag.

Nach diesem Abend lässt sich folgendes Fazit ziehen: Dass die Ursulinenschwestern trotz der oft widrigen Umstände – wie Vertreibung und Verschuldung – immer wieder neu anfingen, die Schule weiter auszubauen und weiterzuentwickeln,

zeigt die Beharrlichkeit, den Mut und das Gottvertrauen, welches die Schwestern hatten.

Sie haben mit dem Tod der letzten Ursulinenschwester Maria Magdalena (7. April 2013) ein wertvolles Erbe hinterlassen.

Schulleiterin Jutta Ramisch bedankte sich bei Dagmar Lohmann für die Erforschung und Präsentation der Schulgeschichte. Ihr sei es zu verdanken, dass die „Geschichte an unserer Schule lebendig“ bleibe.

Martin Baumann

IMG_1367