Brief von Ma. Erika  Stanulla OSU

 

Franziska Anna Becker ist am 12. Dezember 1926 in Fritzlar, Deutschland, geboren , die zweite von acht Geschwistern. Ihre Eltern, Agnes und Joseph, liessen sie eine Woche nach ihrer Geburt in Fritzlar taufen. Während des 2. Weltkrieges arbeitete sie in einem Büro in der Stadtverwaltung, wodurch sie viel Erfahrung im Umgang mit Dokumenten lernte.

 

1950, im Heiligen Jahr, besuchte sie Rom und dieser Besuch hat ihr Leben gekennzeichnet.

1953 kam sie nach Peru als Fräulein Franziska und lebte in der Kommunität Santa Ursula in Lima. Kurz darauf bat sie in den Orden der Ursulinen einzutreten. Zusammen mit Schwester Benedikta Müller-Sterlinko und Cäcilia (Paula) Volke machte sie ihr Noviziat und erhielt den Namen Bonifatia. Die drei Schwestern legten ihre ersten Ordengelübde am 2. Februar 1956 ab.

Schwester Bonifatia studierte Pädagogik in Lima und arbeitete als Klassenlehrerin und unterrichtete Religion im Colegio Santa Ursula Bis jetzt können sich noch viele frühere Schülerinnen an sie erinnern.

Von Oktober 1963 bis Mitte 1966 war sie Assistentin im Noviziat nd half durch ihr Beispiel und praktische Fähigkeiten bei der Ausbildung der jungen Schwestern.
1967 ging sie ein Jahr nach Rom für ihre religiöse Erneuerung . Danach studierte sie in Holland Buchhaltung.

1994 wurde sie zur Sekretärin der Kommunität ernannt, und viele Jahre diente sie als Ökonomin und im Rat der Gemeinschaft mit viel Verantwortung und Genauigkeit.

Immer war sie besorgt um arme Familien in Peru und suchte Hilfe zu bekommen aus Deutschland, um Kinder und Jugendliche in ihrer Ausbildung zu unterstützen. Viele Jahre hindurch begleitete sie diese im monatlichen Gespräch, und gab ihnen auch religiöse Orientierung. Sie hat den Schriftverkehr mit Deutschland geführt und hatte guten Kontakt zu den grossherzigen Spendern. Durch diese Hilfe aus Deutschland hat sie sogar Häuser für Familien ohne Unterkunft bauen können.

Aber, vor allem, war Schwester Bonifatia eine Fau des Gebets. Jeden Morgen ganz früh sahen wir sie jeden Tag den Kreuzweg betrachten. Zusammen mit Schwester Cäcilia waren sie gern eine Stunde in Anbetung von dem Allerheiligsten.Sie hatte eine grosse Verehrung zur Gottesmutter im Rosenkranzgebet und förderte diese Verehrung unte allen , Kindern und Erwachsenen, mit denen sie Kontakt hatte.
Am 2. Februar 2016 konnte sie auf 60 Jahre Gottgeweihtsein zurückschauen: ein Leben in Treue, Gebet und Dienen. Ihr tiefer Glaube und Verbundenheit mit Jesus kennzeichnete ihr ganzes Leben und sie wurde immer liebenswürdiger in den langen Jahren ihrer letzten Kankheit.

Bis zum letzten Moment ihres Erdenlebens war sie bei Bewusstsein und hat mit uns gebetet und gesungen. Ihr liebstes Lied war “Grosser Gott, wir loben Dich…”

Am 2. Juli 2017 rief sie unser himmlischer Vater zu sich. Liebe Schwester Bonifatia, wir danken Dir für Deine Liebe und Dein Beispiel. Gott lass Dich teilhaben an der Freude des ewigen Lebens.

Deine Ursulinenschwester