Schulleben

Lästerstreusel, 4 Ohren und ein Wortreich

Was passiert, wenn ein „inneres Team“ wortreich mit vier Zungen spricht?

Das haben sich auch die Schülermediatoren der Ursulinenschule gefragt, als sie am 14.02.2018 in die Jugendherberge nach Bad Hersfeld aufbrachen, um gemeinsam in das Abenteuer der menschlichen Kommunikation zu starten.

Sie konnten entdecken, dass jeder der Trainer seiner inneren Kommunikation werden kann. Wenn mein Trainer alle Anteile meiner Persönlichkeit gut aufeinander abstimmt und trainiert, dann wird mir eine authentische und einfühlsame Kommunikation auch mit meinem Gegenüber gelingen.

Wichtig ist dabei der Austausch über die Art des Sendens und Empfangens der wahrgenommenen körperlichen, seelischen und emotionalen Informationen. Gut, dass wir Botschaften mit vier Zungen senden und vier Ohren empfangen können! Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun ist da als Erklärungsmöglichkeit hilfreich.

Die Schülermediatoren übten, wie dieser Metablick bei Gesprächen angewendet werden kann und erfuhren, dass Kommunikation nicht nur eine Ursache und eine Wirkung hat, sondern dass es unmöglich ist nicht zu kommunizieren. Diese Grundannahmen von Paul Watzlawick halfen den Teilnehmern Rezepte zu erarbeiten, welche „Inhaltsstoffe“ ein Dialog benötigt. Seine Gespräche mit „Lästerstreuseln“ zu garnieren ist dabei unbedingt zu vermeiden. Die „Zubereitung“ des Dialoges klappt hervorragend mit dem Backpapier der Marke „zuhören“.

Eine Reise ans Meer, zur eigenen Entspannung, war unterstützend für den Verarbeitungs- und Entwicklungsprozess der Streitschlichter und wurde sehr genossen. Sie diente zur Ergänzung des Rezepts Dialog.

Welche Bedeutung Gewalt bei Kommunikation spielen kann und wie Konflikte eskalieren können, war ein weiterführendes Thema des Seminars. Das Modell der Eskalationsstufen von Konflikten konnten die Streitschlichter „begehen“ und lernten, welche Eingriffsmöglichkeiten es bei den 9 Stufen der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl gibt.

Wortreich ging es weiter. Das „nicht Museum“, wie die Leiterin der Führung durch das „Wortreich“ in Bad Hersfeld erklärte, war für die Schülermediatoren eine Entdeckungsreise in das auf dem Seminar geübte und gelernte. Abkürzungsschubladen, Wörter-Basketball, selbst gespieltes Theater vom Frühstücksei, der gute Ton der gemeinsamen Kommunikation und natürlich der Wettkampf des Geistes beim Mindball wurden ausprobiert. Die Frage – wie digitale Kommunikation vordigital stattfand – wurde den Schülern präsent und half dabei zu begreifen, warum direkter Austausch oberstes Gebot vor digitaler Kommunikation sein sollte.

Nach 3 ½ Tagen intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema war der Tenor und das Fazit des gemeinsamen Austausches:

„Alle Dinge haben drei Seiten, eine die ich sehe, eine die du siehst und eine, die wir beide nicht sehen.“

 

Susanne Schiwy-Steuber