"Haltet euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben"

— Angela Merici

Tradition

Ein lebendiges Denkmal
Audiovisuelle Rauminstallation an der Ursulinenschule  

Was bleibt – Zukunft einer Vergangenheit. So nennt die Künstlerin Andrea Froneck-Kramer ihre Rauminstallation, die im Rahmen des 300-jährigen Schuljubiläums in der Klosterkirche der Ursulinenschule von Montag bis Freitag (2. bis 6. September), jeweils von 15.00 bis 17.00 Uhr, zu erleben ist. Bereits vorher besteht die Möglichkeit, am Freitag, den 30. August, um 19.30 Uhr an der Eröffnung teilzunehmen. Zur Eröffnung und am letzten Tag der Ausstellung wird die Künstlerin anwesend sein.

Von 2004 bis 2005 interviewte die ehemalige Ursulinenschülerin die letzten vier – bereits verstorbenen – Ursulinenschwestern und schuf aus diesen aufgezeichneten Lebensberichten ein „lebendiges Denkmal“.

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Auf die Besucher wartet ein audiovisueller Erlebnisraum. Von vier Positionen im Raum spricht jeweils eine Schwester. Bleibt man zentral im Raum stehen, so erlebt man ein Stimmengewirr der vier Schwestern – „stellvertretend für jene Geschichten, die nicht mehr erzählt werden können“, so Froneck-Kramer. Nähert man sich jedoch einem dieser Lautsprecher, so kann man dem Bericht einer einzelnen Schwester zuhören. Gleichzeitig lädt eine Diashow die Besucher zu einer visuellen Reise durch das Kloster ein. 100 stille Bilder führen langsam durch das Gebäude.  Froneck-Kramer, die in Kassel Bildende Kunst und Grafik Design studierte, bezeichnet ihr Kunstwerk als ein Erinnerungsdenkmal. Durch die Aufzeichnung der Lebensberichte sei ein „kollektives Gruppengedächtnis“ entstanden. Zu hören bekommen die Zuhörer das, „was den Schwestern persönlich wichtig war: Reflexionen über das Leben im Kloster und über ihr Lebenswerk – die Ursulinenschule.“ Mit diesem Kunstwerk möchte die Künstlerin der Öffentlichkeit bewusst machen, wie sehr die Klöster „die europäische Kultur geprägt haben“.

Auf der Ausstellung liegt auch das Buch von Andrea Froneck-Kramer aus und kann erworben werden: Animus; der Geist, der Sinn, der Mut, das Herz. Geschichte des Ursulinenklosters Fritzlar von 1711-2006.

Bildmaterial: Andrea Froneck-Kramer

                                               Martin Baumann