Öffnung der Schule

Frankreichaustausch – 2017 – die Franzosen zu Gast an der URS

„Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme.“ so sagte es einst der französische Philosoph Jean Jaurès.

30 Jahre gemeinsamer Schüleraustausch zwischen dem Collège St. Michel aus Bourgoin-Jallieu und der Ursulinenschule in Fritzlar stellen eine ganz besondere Tradition dar, die es in unseren Zeiten zu bewahren und fortzuführen gilt.

Schon im Dezember in Frankreich stand eine besondere Aktivität auf dem Programm. Die deutschen Schülerinnen und Schüler, die von Frau Erbuth und Frau Wildner begleitet wurden, besuchten Annecy. Die Stadt gilt als „Geburtsort“ dieses Austauschs, denn hier fand vor 30 Jahren das erste Treffen von französischen und deutschen Lehrerinnen und Lehrern statt, dem ein langjähriger Schüleraustausch entwachsen ist.

Im Februar war es soweit, dass die deutschen Schülerinnen und Schüler ihren „corres“ (Austauschpartner) ihre Heimat, ihre Schule und ihren Alltag zeigen durften.

Für acht Tage trafen sich Jugendliche zwei unterschiedlicher Nationen in Fritzlar, um die Kultur und die Sprache des Ziellandes authentisch zu erleben, mit denen sie sich in ihrem schulischen Sprachunterricht eifrig beschäftigen. Aber es trafen sich – nach dem Treffen im Dezember 2016 in Frankreich – auch Freunde, die das gemeinsame Interesse hatten, durch Offenheit und Toleranz den Stereotypen über den europäischen Nachbarn zu begegnen und diese abzubauen.

Um unseren französischen Gästen einen umfassenden Einblick in die Heimat, das Schulleben und den Alltag der deutschen Gastgeber zu gewähren, wurde ein vielfältiges Programm erstellt.

Nach der Ankunft stand zunächst eine kleine Sportveranstaltung auf dem Programm, damit sich die Jugendlichen nach ihrem Aufeinandertreffen in Frankreich wieder aneinander gewöhnen konnten.

Neben dem Kennenlernen der Ursulinenschule, des Unterrichts und der Stadt Fritzlar gab es auch eine gemeinsame Fahrt nach Teistungen ins Grenzlandmuseum, das sich mit deutsch-deutscher Geschichte beschäftigt.

Im Hinblick auf das Thema „Tradition“ boten sich unseren Gästen zwei besondere Programmpunkte, die unter der Idee „UNESCO“ standen:

Zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt die deutsche Brotkultur, die es in ihrer Vielfalt zu bewahren gilt. So lernten die Besucher einerseits einen deutschen Betrieb kennen und durften sich zudem noch in der Produktion der Bäckerei Schwarz selbst versuchen.

Zum anderen besuchten sie Kassel und den Bergpark Wilhelmshöhe, der seit 2013 Weltkulturerbe der UNESCO ist. Schließlich beschäftigten sich die Jugendlichen in deutsch-französischen Gruppen mit der Frage, was sie als bewahrenswert empfinden und zum Kulturerbe ernennen würden.

Am letzten Nachmittag der gemeinsamen Zeit wurden nicht nur eine Tradition und ein besonderes Jubiläum gefeiert sondern auch ein gelungener 30. deutsch-französischer Schüleraustausch. Wir sind dankbar für die letzten 30 Jahre und hoffen, dass noch eine Vielzahl von Schülergenerationen die Möglichkeit haben wird, an dieser besonderen Schulfahrt teilnehmen zu können.