"Haltet euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben"

— Angela Merici

Tradition

Der Festakt zum Jubiläumsjahr 2013

aus HNA-Fritzlar v. 29.01.2013

300 Jahre: Bischof lobt Wirken der Ursulinenschule

Das segensreiche Wirken der Ursulinen in Fritzlar würdigte Bischof Heinz-Josef Algermissen am Montag im Fritzlaerer Dom. Grund dafür war der 300. Geburtstag der Ursulinenschule. Dankbarkeit, Innehalten und Vergewisserung seien angesagt, so Algermissen. Er dankte den Schwestern und Lehrern, dass sie in der Schulgemeinschaft „einen Lebensraum schaffen, in dem der Geist der Freiheit und der Liebe des Evangeliums lebendig ist“. Das helfe den Schülern, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Nach dem Pontifikalamt stand ein Festakt in der Sporthalle an. (may)

Bild aus HNA v. 29.01.2013 (may)

Aus HNA-Fritzlar v. 29.01.2013 von Bettina Mangold

 

Bildung seit drei Jahrhunderten

Haltet Euch an den alten Weg und lebt ein neues Leben“

zitierte Schulleiterin Jutta Ramisch die Gründerin der Ursulinenschule in Fritzlar anlässlich der 300-Jahr-Feier der Schule. Diese Worte von Angela Merici hätten nichts in ihrer Aktualität verloren.

Ramisch gab einen Rückblick auf die Geschichte des Ursulinenordens und der Schule. Dabei erinnerte sie an den Mut und das Engagement der Ordensschwestern beim Aufbau der Schule bis in die jüngste Zeit hinein. Die Schwestern hätten einen großen Anteil an den Veränderungen in der Schule gehabt, beispielsweise bei der Einführung der Koedukation und bei der Einrichtung der Ganztagsschule, bei der die Ursulinenschule ihrer Zeit voraus war.

 

„Hier kann ich aufatmen und im Erfahrungsraum des Lebens zu einem aufrechten Menschen werden“, fasste Veritas Albers, Ordensschwester der Ursulinen vom Kloster Calvarienberg in Ahrweiler, die pädagogischen Schriften von Angela Merici zusammen. Sie habe große Achtung vor der Würde des Menschen gepredigt und sich in ihren Ratschlägen dafür ausgesprochen, die Persönlichkeit jedes Menschen ernst zu nehmen.

Die Erinnerung an die Worte von Angela Merici gebe auch Maßstäbe für das heutige Schulleben. „Ohne Verbindung zu den Wurzeln verlieren wir unsere Identität“, meinte die Ordensschwester.

Sorgte für Stimmung: Das Schulorchester unter der Leitung von Lehrerin Eva-Maria Heupts.

Die Schüler waren stolz auf ihre Schule: „Es ist uns eine Ehre, das 300 Jahre-Jubiläum der Schule feiern zu dürfen“, sagte Laura Kiepe, die zusammen mit Mitschülerin Isabel Winschler Grußworte sprach. Sie freuten sich auf die weiteren Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr wie das Sommerschulfest und die Fahrt der Schulgemeinde nach Rom.

Rund 400 Gäste waren zum Festakt in die Turnhalle gekommen. Das Schulorchester unter der Leitung von Lehrerin Eva-Maria Heupts sorgte für stimmungsvolle Unterhaltung. Gd)

 

aus HNA-Fritzlar v. 29.01.2013

 300 Jahre Ursulinenschule:

„Wir ernten, was wir säen“

Fritzlar. Was kann Schule im Wettstreit mit den vielen Kräften des Relativismus und Materialismus, die auf junge Menschen einwirken, leisten? Schaue man auf den unmittelbar sichtbaren und messbaren Erfolg allen Bemühens, dränge sich die Frage auf, ob sich der große Aufwand überhaupt noch lohnt.

300 Jahre Ursulinenschule: Pontifikalamt mit Bischof Algermissen und Festakt.

Fragen, auf die sich Bischof Franz-Josef Algermissen am Montagmorgen im Fritzlarer Dom die Antwort selbst gab: Man ernte eines Tages, was man säe.

Viel Wissen und Glauben gesät hat die Fritzlarer Ursulinenschule: Seit 300 Jahren gibt es die Ursulinenschule. Gestern wurde das mit einem Pontifikalamt mit Bischof Algermissen und anschließend mit einem Festakt in der Sporthalle der Schule gefeiert. Die Freude darüber war groß bei der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und der Ursulinenschule.

Die Kirche habe den Schwestern viel zu verdanken, sagte Algermissen. „Die sieben katholischen Schulen in unserem Bistum haben für mich einen ganz hohen Stellenwert. Und das selbst in einer Zeit, da die Mittel begrenzt sind“, betonte er. Algermissen freute sich darüber, dass die Zahl der Anmeldungen in katholischen Schulen seit vielen Jahren erfreulich hoch sei. Das zeuge von der großen Wertschätzung der Eltern und vom Vertrauen, das sie in die katholischen Schulen setzen. „Der Vertrauensvorschuss macht mich als Bischof froh.“ Zugleich dankte er den Lehrern und Schwestern dafür, dass sie das Leitbild der katholischen Kirche in die Wirklichkeit umsetzten.

Geheimnis in jedem Schüler

Im Mittelpunkt dieser Erziehung und Bildung stehe der einzelne junge Mensch. Dies setze Ehrfurcht vor dem Geheimnis voraus, das einem in jedem Schüler begegne, so der Bischof weiter. „Erziehen und bilden heißt, den jungen Menschen in seinem mitunter provozierenden Verhalten annehmen und achten; ihm in einem Klima des Vertrauens zu helfen, die Talente zu entfalten, damit er der werden kann, der er nach dem Plan Gottes ist und immer mehr werden soll.“

Die Schwierigkeiten, denen man bei der Umsetzung des Bildungsprogramms – heute mehr denn je – begegne, dürfen nicht dazu verleiten, das Leitbild selbst preiszugeben, sagte Algermissen. „Täten wir das, würden wir etwa auf das spezifisch Christliche unserer Schulen verzichten, hätte es freilich keinen Sinn mehr, Energien, Personen wie Finanzen zum Erhalt einer Einrichtung aufzubieten, die nur dem Namen nach katholisch wäre.“

Im Anschluss an das Pontifikalamt zogen die Gäste vom Dom in die Sporthalle der Ursulinenschule.