Öffnung der Schule

Bericht über den ersten Englandaustausch
(14.05. – 22.05.2016)

Am Samstagabend ging es endlich los: Gespannt machten wir uns auf den Weg nach England. Nach der 19-stündigen Busfahrt erreichten wir endlich den kleinen Ort Ivybridge, der für die kommende Woche unser Zuhause werden sollte. Ivybridge liegt im Süd-Westen Englands und gehört zur Grafschaft Devon. In der letzten halben Stunde der Fahrt wurden wir alle sehr nervös, schließlich kannten wir unsere Austauschpartner bisher nur über den Kontakt per E- Mail. Doch glücklicherweise empfingen uns die Austauschfamilien sehr herzlich und wir hatten einen sehr schönen ersten Tag in England. Am Abend aßen die meisten ihr erstes  Mal englisches Essen.

Am nächsten Morgen fiel es uns nicht schwer, uns an die Zeitverschiebung zu gewöhnen, konnten wir doch eine Stunde länger schlafen. Am Montag bekamen wir am Ivybridge Community College zunächst eine Schulführung. Die Schule erschien uns riesig, denn sie hat sehr viele Räume in mehreren Gebäuden, um die 2300 Schüler unterzubringen. Man fühlte sich wie in einem Labyrinth, denn es war sehr schwer sich zu Recht zu finden. Wir blieben also die ganze Woche darauf angewiesen, dass unsere Austauschpartner uns in ihre Obhut nahmen.

Im Anschluss an die Schulführung machten wir Kennenlernspiele mit allen Austauschpartnern, um das Eis zu brechen. Dabei stellten wir fest, dass die Engländer sehr nett sind. Auch der Besuch des Nationalparks Dartmoor, der für Dienstag geplant war, wurde vorbereitet, indem wir uns über unser Vorwissen und unsere Erwartungen austauschten. Schließlich gingen wir mit den Engländern in den Unterricht. Das Schulsystem unterscheidet sich schon ein wenig, da es in England A und B Wochen gibt. Die Schule geht von 8:45 bis  15:30. Es gibt 5 Blöcke je eine Zeitstunde pro Tag.

Am nächsten Tag besuchten wir den englischen Nationalpark Dartmoor. Dort sahen wir  die Ergebnisse des in früheren Zeiten erfolgten Steinabbaus, dessen Granit unter anderem zum Bau des Buckingham Palace diente. Zu bestaunen gab es frühe Inventionen wie Eisenbahnschienen aus Stein, die zum Abtransport der Granitblöcke dienten. Auch über die Pflanzen und Tiere des Dartmoors lernten wir viel.

Doch leider hatten wir Pech mit dem Wetter: Aufgrund des  strömenden Regens mussten wir unsere Wanderung im Dartmoor früher als geplant abbrechen.

Dafür konnten wir uns zusätzlich Zeit nehmen, um die Stadt Exeter zu besichtigen. Dort schauten wir die Kathedrale Exeters, die im Barockstil gebaut wurde, an und nutzten danach die Zeit zum Shoppen. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit den Familien.

Am Mittwoch nahmen wir am relativ ungewohnten englischen Schultag teil. Wir verbrachten die Zeit in den Kursen unserer Austauschpartner und waren so aktiver Teil des Unterrichtsgeschehens. Es gab viele Differenzen zu bestaunen, wie die Schuluniformen, die Kursaufteilung (nach Leistung), die Größe der Schule und vieles mehr. Die Zeit in der Schule nutzten wir auch, um mit unseren Partnern am Projekt weiterzuarbeiten: Der Vergleich der beiden Nationalparks in England und Deutschland.

Donnerstagmorgen trafen wir uns in der Schule, um gemeinsam zum Wembury Beach zu fahren. Als erstes besuchten wir das Marinezentrum, um dort Informationen zum Strand und rund um das Zentrum zu sammeln. Beim anschließenden „Rockpool Ramble“ suchten wir  am Strand und auf den glitschigen Felsbrocken nach Meerestieren und identifizierten diese.  Eine Wanderung an der Küste schloss den Besuch des Wembury Beach ab. Auch über unsere Lernerfahrungen am Strand tauschten wir uns mit unseren Partnern in Projektarbeit aus.

Den letzten Tag verbrachten wir in Plymouth, der Stadt, die für Sir Francis Drakes Abwehr der spanischen Armada bekannt ist. Nach der Besichtigung des Aquariums und einer kurzen Tour durch die Stadt bis hoch zum Leuchtturm auf „The Hoe“ konnten wir dann im Shopping Centre unsere letzten Pfund ausgeben, bevor wir zur Schule zurückkehrten.

Am Samstag schließlich war es Zeit, von unseren neuen Freunden Abschied zu nehmen. Nachdem die eine oder andere Träne vergossen war, winkten wir unseren Familien noch einmal zu und begaben uns auf die lange Busfahrt zurück in die Heimat. Am frühen Sonntagmorgen waren wir wieder in Fritzlar – müde, erschöpft, aber auch sehr glücklich und um einige Erfahrungen reicher.

Abschließend können wir sagen, dass wir den Aufenthalt in England – trotz des vielen Regens – sehr genossen haben  und viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnten. Wir freuen uns darauf, unsere Austauschpartner Anfang Juli in Fritzlar begrüßen zu dürfen.