Schulleben

Verwurzelt sein – Kraft zum Leben und zur eigenen Lebensgestaltung bekommen
Bischof Dr. Michael Gerber zur Feier des Angelatags an der Ursulinenschule

Unter dem Leitwort „Verwurzelt sein“ – feierte die Ursulinenschule in diesem Jahr den Angelatag. Die Leiterin der Schulpastoral, Pastoralreferentin Andrea Koucky, stellte heraus, dass Angela Merici für die Ursulinenschule sowohl selbst eine solche Wurzel darstellt, als auch auf die Bedeutung von Traditionen und Wurzeln hinweist. Dies wird nicht zuletzt in dem ihr zugeschrieben Aufruf „Haltet Euch an den alten Weg, lebt ein neues Leben“ deutlich. „Wurzeln geben Kraft und Halt, sie ermöglichen einen festen Stand. Auf dieser Grundlage, ist es wichtig, dass sich eine Pflanze nach oben ausstreckt und entwickelt. Und dies gilt nicht nur für die Pflanzen sondern auch für uns Menschen, betont Koucky.

Der Gedenktag der Gründerin der Ursulinen wird in jedem Jahr in der Schule in besonderer Weise begangen. 2020 nun freuten sich Schüler, Lehrer und Mitarbeiter über einen Besuch des neuen Fuldaer Bischofs, Dr. Michael Gerber. Ein Höhepunkt des Besuchs war die gemeinsame Feier eines großen Schulgottesdienstes für die gesamte Schulgemeinde. Hierbei gingen der Bischof und die Schüler gemeinsam der Frage nach, aus welchem Wurzeln heraus jeder einzelne lebt, welche Bedeutung diese haben und wie sie zur Kraft- und Motivationsquelle für ein christliches Leben in der heutigen Zeit sein können. Mit Hilfe des Bildes vom Bergsteigen betonte Bischof Gerber in seiner Predigt, dass es gut und wichtig ist, eine Sicherung im Leben zu haben, gleichzeitig aber auch den Blick nach vorne zu richten, neue weitere Schritte zu machen, eigene Wege zu gehen.

Nach dem Gottesdienst stand für den Bischof ein Rundgang durch die Schule an. Hierbei schnupperte er in den Unterricht verschiedener Klassen und Fächer hinein, bevor er sich mit dem Abiturjahrgang zu einem Podiumsgespräch traf. Die Fragen der Schüler richteten sich dabei zunächst auf den persönlichen Werdegang und die Lebensgestaltung des Bischofs. Darüber hinaus interessierten die Schüler neben den aktuell in der Gesellschaft diskutierten Themen, wie die Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche und Positionen zur kirchlichen Sexuallehre, auch Fragen nach der Zukunft der Kirche. Dabei erkundigten sie sich, wie sich der Bischof die Kirche in 10, 50 oder 100 Jahren vorstelle, welche Änderungen in Zukunft in seinen Augen anstünden und sie auch wieder für Jugendliche attraktiver werden könne. Der Bischof betonte in seinem Antworten insgesamt, dass Veränderungen in der Kirche anstünden, dass die Kirche in Deutschland nicht zuletzt mit dem Beginn des Synodalen Wegs einen Schritt in einen solchen Zukunftsprozess mache. Gleichzeitig stellte er aber auch die Bedeutung von persönlichen Begegnungen mit authentischen Glaubenszeugen und dem Gespräch mit ihnen heraus.