Öffnung der Schule

Im Gespräch mit Martin Kohlstedt – Probiert es einfach mal aus!

Mit diesen Worten und mit dem Zusatz, dass ein Ziel auch hinderlich sein kann, antwortete der Pianist Martin Kohlstedt auf die Frage, was Schüler beachten müssen, wenn sie das Klavierspielen erlernen wollen. Diese und viele weitere Fragen beantwortete Martin Kohlstedt bei einer Veranstaltung des Bettina von Arnim Forums am 20.02.2020 in der Ursulinenschule in Fritzlar.

Über 100 Schüler der Klassen 9G, 7G3 und 6G2 hatten an diesem Tag die Chance einzelne Stücke des versierten Pianisten zu hören und im Verlauf der fünfundsiebzig minütigen Veranstaltung einen Einblick in die Biographie, in das Erschaffen von Musik und das Leben als selbstständiger Musiker mit einer eigenen kleinen Firma zu erhalten.

Nach dem Einstieg mit dem Stück EXA wurde Martin Kohlstedt vom Lehrer Stephan Kolle in Form eines Interviews zu seiner Sozialisation und seinen ersten Kontakten und Schritten als Musiker befragt. So berichtete er, dass er in einem musischen Elternhaus groß wurde, er aber nicht zum Klavierspielen gezwungen wurde. Vielmehr war es sein jugendliches Interesse an dem verstimmten Klavier im Wohnzimmer, was darin endete, dass er zügig den Glockenklang des Big Bens nachspielen konnte.

Martin Kohlstedt berichtete nach weiteren Fragen, wie er kreativ arbeitet und welche Bedeutung die Improvisation für ihn hat. Diese sei ein wichtiges Element für seine Konzerte und doch ein immerwährender Kampf zwischen linker Gehirnhälfte, die nach Ordnung strebe, und der rechten Gehirnhälfte, welche sich kreativ ausleben möchte. Im weiteren Verlauf des Interviews kam es zu einer Improvisation von Martin Kohlstedt und Herrn Nehring, der Musiklehrer an unserer Schule ist. Beide einigten sich auf den Namen FastFrühling und begeisterten das Publikum.

Auch auf Fragen der Schüler antwortete Martin Kohlstedt kompetent und schülernah. So konnten diese zum Beispiel gut nachvollziehen, wie sich die letzten Sekunden vor seinem Auftritt in der Elbphilharmonie anfühlten. Auf die letzte Frage einer Schülerin, ob er ein Stück hätte, zu welchem er eine schwierige Beziehung hätte, antwortete der Pianist, dass das durchkomponierte Stück VET nicht immer einfach für ihn wäre. Er spielte es zum Schluss des Interviews und konnte durch sein lebendiges Spiel die Schülerinnen und Schüler abermals begeistern.

Abschließend kann gesagt werden, dass das jugendliche Publikum dem Referenten aufgrund seiner lebendigen und anschaulichen Vortragsweise gut folgen konnte und dementsprechend sehr interessiert zuhörte. Das Bettina von Arnim Forum möchte der Schulleitung und dem Fachbereich Musik der Ursulinenschule danken, da beide dem Bettina von Arnim Forum beratend zur Seite standen und es technisch und organisatorisch für diese Veranstaltung unterstützten.

Die Bilder zur Veranstaltung wurden von Peter Runkewitz (Runkewitz-photography, Instagram: beyond_stage) erstellt und uns zur Verfügung gestellt, wofür dem Fotografen ein großer Dank gilt.

Stephan Kolle